Mehr Mut zur Selbstverantwortung – Für mehr Individualität in der Krankenversicherung!

Die deutsche Krankenversicherung steht vor zunehmenden Belastungen durch steigende Krankheitskosten und Aufwendungen. Um die langfristige Stabilität des Systems zu gewährleisten und Anreize für ein gesundheitsbewusstes Verhalten zu setzen, fordern wir eine Reform der Krankenversicherung nach dem Schweizer Modell.
Beschluss:

1. Selbstbeteiligung/Franchise:

Eine Selbstbeteiligung bei Krankheitskosten nach dem Schweizer Modell soll eingeführt werden. Dabei haben Versicherte die Möglichkeit, sich in eine Risikostufe selbst einzuteilen, mit Beträgen von mindestens 300 Euro bis 2500 Euro für Erwachsene und von 0 bis 600 Euro für Kinder. Die Selbstbeteiligung wird durch die Krankenkassen festgelegt. Abhängig von der Höhe des Selbstbeteiligungssatzes soll der individuelle Krankenkassensatz sinken. Wir fordern langfristig die Möglichkeit eines höheren individuellen Krankenkassensatzes, wenn der gesetzliche Krankenkassensatz im Verhältnis dazu sinkt.

2. Selbstbehalt:

Ein Selbstbehalt soll fällig werden, sobald die vom Versicherten gewählte Franchise während eines Kalenderjahres ausgeschöpft ist. Von da an übernehmen Versicherte nur noch zehn Prozent ihrer Behandlungskosten, jedoch höchstens 700 Euro pro Kalenderjahr für Erwachsene bzw. 350 Euro für Kinder. Dieser Selbstbehalt soll für alle gleich sein, unabhängig von der Höhe der gewählten Franchise. In Ausnahmefällen wie chronischen Krankheiten, Schwangerschaft oder Behinderungen soll weiterhin sofort die gesetzliche Krankenkasse ohne Selbstbehalt einspringen. Diese Maßnahme soll die Entscheidung fördern, sich zwar mit einem höheren Selbstbehalt einzubringen, jedoch dauerhaft von einem geringeren Krankenkassensatz zu profitieren. Das Risiko soll damit mehr beim Individuum liegen. Durch gesundheitsbewusstes Verhalten könnten Personen von einer höheren Selbstbeteiligung profitieren und dadurch einen geringeren Beitrag zahlen.

3. Grundversicherung:

Die Grundversicherung soll für alle in Deutschland obligatorisch sein. Der Krankenversicherer soll frei wählbar sein – die Versicherten sollen entscheiden dürfen, welcher Anbieter der richtige für sie ist. Krankenkassen sollen Versicherte bei der Grundversicherung nicht ablehnen dürfen. Obwohl die Prämien der Anbieter unterschiedlich hoch sind, sollen die Leistungen bei allen Anbietern der Grundversicherung gleich sein. Die Höhe der Prämie soll vom Wohnort, Alter und der gewählten Franchise abhängig sein

Zusatzversicherung:

Zusatzversicherungen sollen den Schutz durch ambulante und stationäre Versicherungen komplettieren. Sie sollen freiwillig sein. Vor Abschluss einer Zusatzversicherung soll eine Gesundheitsprüfung durchgeführt werden und Anbieter sollen Versicherte ablehnen dürfen. Zusatzversicherungen sollen die Grundversicherung ergänzen, indem sie Leistungen versichern, die von der Grundversicherung gar nicht oder nur teilweise bezahlt werden. Attraktive Zusatzversicherungen können z.B. Fitnessabos, Sehhilfen, Reise- und Schutzimpfungen, etc. sein.

5. Krankenkassenbeitrag:

Der Krankenkassenbeitrag soll im Verhältnis zur Selbstbeteiligung angepasst und entlastet werden. Ein angepasster Prozentsatz als Krankenkassenbeitrag muss durch die Mehreinnahmen (Durch Selbstbeteiligung und Selbstbehalt) ermöglicht werden.